12nach12- Lunch mit Alexia Hungerbühler

Rückblick

12nach12- Lunch mit Alexia Hungerbühler
(Alexia Hungerbühler)

Ein inspirierender 12nach12 Lunch liegt hinter uns: Am 11. Februar 2026 durften wirt Alexia Hungerbühler, Leiterin Marketing & Kommunikation des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB begrüssen. Sie hat den MAS in Business Communications, BSc in International Hospitality Mgt und ist zudem eine der Mitgründerinnen von Women for the Board, einem Netzwerk für mehr Frauen im Verwaltungsrat.

Sie gab spannende Einblicke in ihre vielfältige Tätigkeit – von der Medienarbeit über die Leitung aller Online- und Offline-Kanäle bis zur internen Kommunikation mit rund 27’000 Mitgliedern in drei Landessprachen. Deutlich wurde: Kommunikation ist ein zentraler Erfolgsfaktor für einen national tätigen Verband wie den VSPB.
Herzlichen Dank für das engagierte Referat und den offenen Austausch – und an alle Teilnehmenden fürs Dabeisein!

Kommunikation zwischen Öffentlichkeit, Politik und Polizeiberuf:
Lest auch das Interview unseres Co-Präsidenten Satoshi Sugimoto mit Alexia Hungerbühler, Leiterin Marketing & Kommunikation beim Verband Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB

Satoshi Sugimoto: Wie unterscheidet sich Deine Arbeit beim VSPB von der Kommunikationsarbeit bei einer klassischen Gewerkschaft?

Alexia Hungerbühler: Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB ist sowohl Berufsverband als auch Gewerkschaft. Entsprechend verbinden wir klassische Interessenvertretung mit einer professionellen, modernen Verbandskommunikation. Ich bin die zentrale Ansprechperson für die Koordination und Umsetzung der Medienarbeit: Wir bereiten Interviews vor, beantworten Medienanfragen und verfassen Medienmitteilungen rund um den Beruf der Schweizer Polizistinnen und Polizisten. Die öffentlichen Auftritte und Interviews gegenüber Medien werden jedoch bewusst durch den Verbandspräsidenten oder den Generalsekretär wahrgenommen. Ich verantworte zudem sämtliche Online- und Offline-Kanäle wie Soziale Medien, Newsletter, Website sowie das Verbandsmagazin, dessen Chefredaktorin ich bin, und stelle die interne Kommunikation mit unseren über 27’000 Mitgliedern in Deutsch, Französisch und Italienisch sicher. Der Fokus liegt dabei klar auf den Anliegen der Polizistinnen und Polizisten.


Welche konkreten Ziele verfolgt Ihr mit Eurer Kommunikationsarbeit – insbesondere in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung?
Unser Ziel ist es, die Anliegen unserer Mitglieder sichtbar in der Öffentlichkeit und Politik zu platzieren und als kompetenter, verlässlicher Ansprechpartner wahrgenommen zu werden. Ich berate die Geschäftsleitung und den Zentralvorstand kommunikativ, unterstütze verbandspolitische Dossiers auf Bundesebene in der Zusammenarbeit mit Politikerinnen und Politikern und begleite strategische Projekte innerhalb des Verbandes. Als Quereinsteigerin ist mir zudem der Aufbau eines breiten internen und externen Netzwerks wichtig: Der kontinuierliche Austausch mit Mitgliedern, Politik und Partnern trägt wesentlich dazu bei, eine sachliche, differenzierte und positive Wahrnehmung der Polizeiarbeit zu fördern.

Wie grenzt Ihr Euch kommunikativ von der Medienarbeit der kantonalen oder kommunalen Polizeikorps ab?

Die Polizeikorps sind Arbeitgeber, wir vertreten die Arbeitnehmerseite. Deshalb betreiben wir keine Ereignis- oder Einsatzkommunikation. Wir kommentieren keine taktischen Einsätze, sofern sie nicht das Wohl oder die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen betreffen, sondern kommunizieren ausschliesslich über Verbandstätigkeiten und berufsbezogene Interessen. Die Kommunikationskanäle wie Soziale Medien und traditionelle Medienarbeit sind zwar ähnlich, aber die Inhalte klar abgegrenzt.


Arbeitet Ihr eher proaktiv oder reaktiv mit den Medien?

Beides. Grundsätzlich stossen polizeiliche Themen bei den Medien meist auf grosses Interesse. Reaktiv äussern wir uns zu aktuellen Ereignissen, wenn die Sicht des Verbandes gefragt ist. Proaktiv setzen wir Themen wie Personalmangel, Attraktivität des Polizeiberufs oder Arbeitsbedingungen immer wieder auf die Agenda, weil sie langfristig relevant sind.

Wo zieht Ihr bewusst kommunikative Grenzen?

Wir kommentieren keine polizeilichen Einsätze oder taktischen Details. Hingegen beziehen wir klar Stellung, wenn es um die Sicherheit unserer Mitglieder geht, etwa bei Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten oder bei politischen Entscheiden, die ihre Arbeit direkt betreffen.

Wie geht Ihr mit kontroversen Themen wie Gewalt, Migration oder unbewilligten Demonstrationen um?

Unser Fokus liegt immer auf den Arbeitsbedingungen und der Sicherheit unserer Mitglieder. Wenn Polizistinnen und Polizisten bei Demonstrationen verletzt werden oder gesetzliche Grundlagen fehlen, bringen wir diese Anliegen in die politische Diskussion ein. Kontroverse Diskussionen meiden wir nicht, da das Risiko einer ungenügenden oder sogar falschen Kommunikation das Image des Berufstandes schädigen kann.


Polizeieinsätze erzeugen oft starke Bilder und Emotionen. Wie reagiert Ihr darauf?
Wir plädieren dafür, nicht vorschnell zu urteilen. Medien zeigen oft nur Ausschnitte und nicht das Gesamtbild eines Sachverhalts. Uns ist wichtig, den Menschen hinter der Uniform sichtbar zu machen: gut ausgebildete Fachpersonen, die im Auftrag der Bevölkerung handeln und laufend geschult werden.

Die Polizei wird in gewissen gesellschaftlichen Kreisen als Reizfigur wahrgenommen. Wie begegnet Ihr dieser Herausforderung?

Grundsätzlich geniesst die Polizei in der Schweiz nach wie vor grosses Vertrauen. Trotzdem wollen wir Narrative stärken, die den Polizeiberuf als vielfältig, menschlich und sinnstiftend zeigen, mit Entwicklungsmöglichkeiten, starkem Berufsstolz und hoher Identifikation mit dem Auftrag, die Bevölkerung zu schützen.

Wie geht Ihr mit Vorwürfen wie Rassismus, Sexismus, Racial Profiling oder Fehlverhalten Einzelner um?

Rassismus und Sexismus verurteilen wir klar. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass diese Themen in der Ausbildung und im Berufsalltag sehr ernst genommen werden. Es gibt klare Richtlinien, laufende Schulungen und Begleitung. Unsere Aufgabe ist es, darüber transparent zu informieren, denn viele wissen gar nicht, wie umfassend diese Themen behandelt werden.

Ein weiteres Thema ist der geringe Frauenanteil in Führungspositionen bei der Polizei, der bei nur 1,9 Prozent liegt. Wie positioniert sich da der Verband?

Den niedrigen Frauenanteil bedauern wir sehr. Wir begrüssen Rekrutierungskampagnen, die gezielt auf Diversität setzen, und befürworten Polizeikorps, die flexible Arbeitsmodelle fördern. Als Verband können wir Empfehlungen abgeben und Sichtbarkeit schaffen, etwa durch Porträts von Frauen in Führungspositionen. Die Entwicklung zeigt Wirkung: Mittlerweile gibt es vier Polizeikommandantinnen in der Schweiz, was vor einigen Jahren noch undenkbar war.

Gibt es zum Abschluss einen Punkt, der Dir besonders wichtig ist?
Ja: Kommunikation im Polizeiumfeld braucht Differenzierung, Verantwortung und Dialog. Wenn wir es schaffen, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und den Menschen hinter der Uniform sichtbar zu machen, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.


«Professionelle Kommunikation - von Strategie bis Alltagspraxis»

Wir freuen uns auf den 12nach12 Lunch mit Alexia Hungerbühler, Leiterin Marketing & Kommunikation des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB. Sie hat den MAS in Business Communications, BSc in International Hospitality Mgt und ist zudem eine der Mitgründerinnen von Women for the Board, einem Netzwerk für mehr Frauen im Verwaltungsrat.

Der VSPB ist ein grosser Verband mit nationaler Tätigkeit – da sind eine professionelle Kommunikation auf nationalem Level, ein starkes Netzwerk und eine funktionierende Krisenkommunikation entscheidend. Uns erwartet ein spannendes Referat mit Praxisbeispielen und Begeisterung für gute Kommunikation.

Interessiert? Dann reserviert Euch gleich den Termin vom 11. Februar 2026 und meldet Euch über die Webseite an.

Im Anschluss gehen wir ins Restaurant 'Centro' gemeinsam etwas essen.

Für uns ist ein separater Tisch reserviert. Die Teilnahme ist fakultativ.



Datum: Mittwoch, 11. Februar 2026
Zeit: ab 12:00 Uhr - ca. 14.00 Uhr 
Ort: Co-Working SpaceWeisse Gasse 6, Basel im 4. OG

Lunch für Mitglieder: CHF 40,- pro Person
Lunch für Gäste: CHF 55.- pro Person

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